Urknall aus Hinckley


Der englische Motorradhersteller Triumph scheint aus seinem Engagement in der Moto2-Straßenweltmeisterschaft tatsächlich Nutzen für seine Serienfahrzeuge ziehen zu können: Die vollkommen neu entwickelte Speed Triple 1200 RS etabliert sich aufgrund der technischen Daten in der Spitzengruppe der ultrastarken und extrem handlichen Nakedbikes. Mit einer Leistung von 132 kW/180 PS, einem maximalen Drehmoment von 125 Nm und einem fahrfertigen Gewicht von lediglich 198 Kilogramm demonstriert die britische Neuheit eindrücklich, dass man in Hinckley gegenüber BMW S 1000 R, Ducati Streetfighter V4 und KTM 1290 Superduke R nicht länger zurückstehen will. Das neue Modell wird ab 17.500 Euro Mitte März bei den Händlern verfügbar sein.


   


Die neue Triumph Speed Triple RS lässt sich ohne Übertreibung als wegweisender Schritt in die Zukunft der Marke beschreiben: Sowohl das Verhältnis von Leistung zu Gewicht als auch die Bereiche Elektronik, Fahrwerk und Bremsen sowie die Ausstattung setzen Maßstäbe. Gegenüber dem Vormodell steigt die Motorleistung des rund 100 Kubikzentimeter größeren Dreizylinder-Triebwerks um 30 PS, währen das Fahrzeuggewicht trotz verbesserter Ausstattung und höherer gesetzlicher Anforderungen um volle zehn Kilogramm niedriger liegt. Triumph reklamiert für die auch optisch völlig neugestaltete Speed Triple RS deshalb neue Bestwerte in den Bereichen Performance und Handling.


Sieben Kilogramm beträgt die Gewichtsreduktion alleine beim neuen Triple, dessen Drehvermögen um 650 Umdrehungen auf nun maximal 11.150 U/min gesteigert werden konnte. Die Maximalleistung fällt bei 10.750 U/min an, das maximale Drehmoment bei 9.000 Touren. Auch viele periphere Bauteile, beispielsweise Kupplung und Getriebe, verloren erheblich an Gewicht, der neue Aluminiumguss-Rahmen fiel um 17 Prozent leichter aus. Die nun verwendetete Lithium-Ionen-Batterie spart gleich 60 Prozent oder 2,3 Kilogramm im Vergleich zu einem gleich starken Blei-Säure-Akku.


Damit das sehr agile Bike trotzdem gut beherrschbar ist, hat Triumph die Fahrassistenzsysteme auf ein für die Marke neues Niveau gebracht: Eine Sechsachsen-IMU schafft alle erforderlichen Daten herbei, um die zahlreichen Regelsysteme (Traktionskontrolle, Wheelie-Kontrolle, Kurven-ABS) innerhalb von Sekundenbruchteilen tätig werden zu lassen. Mit Hilfe eines vollkommen neuen, besser als zuvor bedienbaren TFT-Displays im Cockpit kann der Fahrer sämtliche Einstellungen nach eigenem Gusto beeinflussen; zusätzlich zu den vier voreingestellten Fahrmodi (Rain, Road, Sport, Track) lässt sich auch ein total individualisiertes Programm namens Rider konfigurieren.



Auf höchstem Niveau sind auch die mechanischen Komponenten wie Radführungen und Bremsen angesiedelt: Verzögert wird am Vorderrad mit Hilfe von zwei 32 Zentimeter messenden Bremsscheiben sowie Vierkolbenbremszangen des Typs Stylema des Elite-Herstellers Brembo. Dabei ist die Bremsanlage als Kombi-Bremssystem ausgelegt. Das Vorderrad wird von einer NIX30 Upside-Down-Gabel von Öhlins geführt, das Hinterrad von einem Öhlins TTX36 Doppelrohr-Monoshock gefedert und gedämpft; beide Bauteile sind voll einstellbar.


Nicht gespart hat Triumph auch bei der Ausstattung: So gibt es außer einem neuen Quickshifter für das kupplungslose Hoch- und Runterschalten eine alle Bauteile umfassende Keyless-Schließanlage (Zündung, Lenkschloss, Tankdeckel), verbesserte hinterleuchtete Cockpit-Schalter, selbstrückstellende Blinker, eine serienmäßige Geschwindigkeitsregelanlage sowie ein Konnektivitätssystem zur Einbindung des Fahrer-Smartphones. Zu den 35 lieferbaren Zubehörkomponenten zählen unter anderem ein Reifendruck-Kontrollsystem oder heizbare Lenkergriffe, deren Kabel und Kontrollleuchten bereits serienmäßig installiert sind. Die für die Speed Triple schon immer stilbildenden Doppelscheinwerfer sind nun mit LED-Technik ausgerüstet und umfassen auch eine modellspezifische Tagfahrlicht-Signatur.



Der komplett neue Auftritt der Triumph Speed Triple RS – es wird übrigens künftig keine anderen Versionen wie R oder S mehr geben – wird von neuen, besonders leichten Rädern sowie den zwei Lackfarben Schwarz und mattes Silber abgerundet. Tankgröße und Verbrauch – 15,5 Liter bzw. 5,6 l/100 km laut aktueller Norm – stehen in sinnvollem Verhältnis. Kundenfreundlich stellen sich die langen Wartungsintervalle von 16.000 Kilometern dar, sofern man innerhalb 12 Monaten so viel fährt.

Kommentare 3

  • Ich fand schon die alte Triump sehr schön. Die neue gefällt mir auch sehr gut bis auf diesen Kennzeichenhalter. Den würde ich auf jeden Fall ändern. Sonst ein gelungenes Motorrad.

  • Ich bin in Sachen Triumph ja SEHR kritisch - meine (ok, mittlerweile sicher überholten) Erfahrungen mit den 955er Daytonas haben mich nachhaltig erschüttert.


    Die neue RS reizt mich allerdings sehr. Auch wenn Triumph immer noch Schrulligkeiten wie eine am Kühler befestigte Hupe spazierenfährt. Zumindest verzichtet die neue Speed Triple auf ein mordern ultrakurzes Heck und hat auch eine schöne Auspuff-Anlage.


    Könnte mir gefallen ;-)

  • Zitat

    Kundenfreundlich stellen sich die langen Wartungsintervalle von 16.000 Kilometern dar, sofern man innerhalb 12 Monaten so viel fährt.

    Also ich müsste auf jeden Fall mindestens einmal zur Inspektion pro Jahr - wenn man dann mal wieder so viel fahren darf, wie und wo man möchte... ;)

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