Nun gehts los ....2. September 08.00

Die BMW steht vollgetankt vor mir. Helm auf und Handschuhe übergezogen und los gehts . Der Motor gibt seinen typischen Sound von sich.

Zuerst mal von Schaffhausen bis kurz nach Kempthal auf der Autostrasse und es herrscht der Normale Arbeitsverkehr in Richtung Zürich. Die halbe Ostschweiz scheint den Arbeitsplatz in Zürich zu haben. Nicht verwunderlich , dass es nur Mühsam voran geht. Bei der Ausfahrt Effretikon zweige ich rechts ab und fahre durch die Dörfer in Richtung Rapperswil. Leichter Morgennebel liegt über den Auen und es ist noch recht frisch. Nach dem Seedamm nochmal ein kleines Stück auf der Autobahn, bevor es anfängt Spass zu machen. Ueber Rothenturm hinunter nach Schwyz und noch ein kleines Stück auf der A4 um dann gemächlich dem Vierwaldstättersee entlang die Natur geniessen.

Von weitem grüsst das Kirchlein von Wassen im goldenen Sonnenschein. Hier in Wassen gehts dann richtig los. Rechts weg in Richtung Sustenpass, die wohl schönste Passtrasse der Schweiz bietet alles was des Bikers Herz höher schlagen lässt. Oben auf dem Parkplatz stehen schon viele Motorräder, auffallen , dass der Grossteil mit deutschen Nummerschildern versehen sind und deren Besitzer wohl schon in der Schweiz übernachtet haben.

Ein kurzer Halt für das "Beweisfoto" und schon rollt das Bike Innertkirchen entgegen. Unser Freunde und Helfer stehen auch schon , dezent getarnt und mit grossvolumigen Feldstechern auf Dreibeinstützen versehen, am Dorfeingang von Gadmen.....Beidseitig ein freundliches Winken , weil ich scheinbar korrekt gefahren bin , oder das Gerät noch nicht eingeschaltet war....

Ein kurzer Halt vor der Abzweigung , verursacht durch die Bahn , welche die Strasse kurzzeitig für sich beansprucht und schon bin ich wieder am rollen. Auch hier ist wieder eine Geschwindigkeitskontrolle eingerichtet , diesmal aber für den Gegenverkehr.

Auf der Grimselpasshöhe ist der Parkplatz gut gefüllt mit Bussen und ......Motorrädern. Es wird Benzin geredet und Motorräder begutachtet.

Manche benutzen den Halt hier um das Mittagessen auf der Sonnenterasse des Restaurants einzunehmen.

Ich habe mir von zu Hause einen währschaften Wurst-Käse - Teigwarensalat eingepackt und noch keinen Hunger. So fotografiere ich noch ein wenig und schwinge mich wieder in den Sattel , so wie eben das Alter dies zulässt. Beim runterfahren bewundere ich drei Biker , welche das Knie am Boden, schön synchron, die vielen Kehren bewältigen.

In Gletsch muss ich mich entscheiden ob mein Weg hinauf zum Furkapass oder dem Rotten (Rhone) folgend, hinunter nach Ulrichen führt.

Der Entscheid fällt für die zweite genannte Richtung aus. Ausgerechnet im schönsten kurvigen Stück , bin ich hinter einem polnischen Sattelauflieger zum Schritt tempo fahren verurteilt . Der herrschende Gegenverkehr lässt ein überholen nicht zu. Rechts ran und etwas die Füsse vertreten und warten......

An den typisch Walliser Holzhäusern vorbei erreiche ich Ulrichen . Hier zweigt die Strasse links ab, hoch zum Nufenenpass. Dieser Pass ist der höchste befahrbare Pass in der Schweiz. 2478 m hoch und mit vielen schönen Serpentinen versehen macht es Spass diesen Weg zu nehmen. Auch hier warten vor dem Dorf Bedretto unsere Freunde auf willkommene Einnahmen. Es scheint sich zu lohnen, steht doch eine ganze Gruppe von Bikern auf dem Parkplatz. Wahrscheinlich hatte ich das Glück , dass die Uniformierten mit kassieren beschäftigt und keiner für das bedienen des Fernrohres abkömmlich war. Bei der talwärts führenden Geraden ist es nur logisch , dass man nicht dauernd auf der Bremse steht und so schnell mal auch unbewusst etwas schneller fährt .....

Hier mal die Liste der fälligen Bussen, welche nur das eine sind.... Der Staat Schweiz hat aber auch noch eine Gebührenordnung dür Schreibarbeiten und Meldungen an irgendwelche Vollzugsbehörden . In der Regel sind diese genau so hoch wie die ausgesprochene Busse.

V, bedeutet Verzeigung. R ist ein Raserdelikt und das Bike geht in die Hände des Staates über.

ÜberschreitungenInnerortsAusserortsAutobahn
um 1–5 km/h
40.–40.–20.–
um 6–10 km/h
120.–
100.–60.–
um 11–15 km/h
250.– 160.– 120.–
um 16–20 km/h
Verwarnung 240.– 180.–
um 21–25 km/h
V Verwarnung 260.–
um 26–39 km/h
VV Verwarnung
um 40–79 km/h
RR
V
um 80+ km/h
RR
R

Nun aber genug des lästerns und genussvoll weiter fahren durch das schöne Bedrettotal hinunter nach Airolo.

In Airolo angelangt folge ich erst mal den blauen Schildern Richtung Passo San Gotthardo. Bei den Kasernenbauten der Armee heisst es aufpassen , dass man die Strasse hinauf zur Tremola nicht verpasst . Sie ist sehr schlecht ausgeschildert und führt links weg von der alten Gotthardstrasse . Wenige 100 m und der Strassenbelag wird zum Klopfsteinpflaster. Je weiter man sich in die Höhe schraubt , desto enger werden die Kurven . Konzentriertes und vorausschauendes fahren macht das benützen der ganzen Strassenbreite etwas einfacher und trotzdem hüpfen Vorder- und Hinterrad ,einem Trommelwirbel gleich, über die Steine.

Es ist geschafft und ich setze mich hier auf dem Hospiz auf einen Stein und geniesse das mitgebrachte Essen. Den Kaffe besorge ich mir an einem der vielen Kioske bevor ich mich auf der gut ausgebauten Strasse weiter Nordwärts bewege. An der Schöllenen -Schlucht mit der Teufelsbrücke und dem Denkmal für den General Suwarov ist der Parkplatz rappelvoll. Also einen Gang höher schalten und lässig kurvend diese Schlucht geniessen. Bei Schattdorf reicht ein Blick auf die Uhr um festzustellen , dass der Umweg über den Klausenpass auch noch zu fahren wäre. Rechts abgebogen und erst mal durch die 30 er Zone gebummelt bevor es dann wieder richtig Spass macht.

Unterwegs noch ein paar Bilder hinunter ins Schächental geschossen und die schöne Landschaft geniessen . Langsam aber sicher scmerzen Handgelenke und Po und so bin ich froh , dass ich den Talboden in Glarus erreicht habe und heimwärts unterwegs bin. 530 km stehen auf dem Tageszähler als ich abends kurz vor 18 Uhr vor der Garage stehe. Jeder kennt das Gefühl nach einer solch herrlichen Tour .

Es wird wohl eine der letzten sein , dieses Jahr , denn vorerst ist mal Urlaub mit dem Wohnmobil auf Sardinien angesagt.

Wer nicht weiss wohin, braucht sich nicht zu wundern , wenn Er ganz woanders ankommt.....